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Susi goes Vegan Teil Fünf- Das war es dann aber auch

posted by TheStrangebeauty.net 14. Juli 2017 2 Comments

Wenn richtig essen so einfach wie Kaffee kochen wäre, hätten 90% der Menschen keinerlei Probleme mit irgendwelchen Zivilisationskrankheiten etc.

Meine Experimentierphase mit tierischem Eiweiß, die ich zwischendurch durchgeführt habe, hat gestern endgültig die Abschlussphase erreicht. Mir war schlecht, ich hatte Schmerzen in den Beinen, dicke Knie, Kopfweh, Übelkeit. Die Ursache waren 100g Schweinebraten aus einem bekannten Discounter. Die hatte ich am Vortag auf Brötchen gegessen.

Ich kann soviel mittlerweile aus eigener Erfahrung sagen, dass nicht jedes tierische Eiweiß gleich ist und auch nicht von jedem gleich vertragen wird. Es ist ein Unterschied, ob man Milch pur zu sich nimmt oder in Form von Joghurt oder Käse. Fleischeiweiss verhält sich im Körper anders als das Eiweiß aus Hühnern – zumindest bei mir. 
Im Netz bin ich auf diverse Leute gestoßen, die die gleichen Erfahrungen gemacht haben.

Für mich steht nun fest, was ich essen kann und was nicht – ohne mich geschmacklich einzuschränken.

Auf der NoGo Liste ist Fleisch pur und in Form von Wurst jeglicher Art gelandet. Ich vertrage es absolut nicht. Heimische Süßwasserfische und Seefische aus dem Atlantik in Freifang funktionieren auch. Fische mit hoher AB Belastung sind von der Liste gestrichen.

Wobei das ja eigentlich gelogen ist. Ich hatte testweise ein Stück Kaninchen. Das habe ich 20 Jahre lang nicht mehr gegessen. Ich hatte keine Schmerzen danach. Das könnte an der fast biologischen Haltung gelegen haben. Oder daran, dass mein Körper mit dem Kanincheneiweiß nix anzufangen weiß.
Den Test jetzt auf Biofleisch auszuweiten kann ich mir nicht leisten und mag es ehrlich gesagt auch nicht. Discounter oder Metzgerfleisch ist für mich keine Option mehr. Ich kann prima ohne Fleisch leben.

Ebenso ist Milch komplett gestrichen. Sie war eines meiner Lieblingsnahrungsmittel seit Kinderjahren. Aber… es hat keinen Sinn für mich. Pflanzendrinks vertrage ich super. Warum sollte ich das ändern?
Käse und alle Sauermilchprodukte wie Joghurt, Quark oder Buttermilch sind dagegen auf die Liste des Erlaubten gewandert. Ganz einfach aus dem Grund weil sie mir schmecken, ich sie vertrage und weil die wirklich guten veganen Produkte für mich auf die Dauer zu teuer sind. Ich kann es mir nicht leisten 3€ für 200g Joghurt auszugeben. Auch der eigentlich leckere SimplyV Käse wird auf die Dauer zu teuer. Leider konnte ich mich auch mit den pflanzlichen Brotaufstrichen nicht wirklich anfreunden…

Die Pflanzensahnen sind bezahlbar und werden anstatt gewöhnlicher Sahne hier Verwendung finden. Tofu esse ich mittlerweile auch sehr gerne. Wenn er gut gewürzt ist schmeckt er richtig gut. Es würde ja auch niemand ein Stück rohes, ungewürztes Fleisch essen und es als lecker bezeichnen.

So wird aus der veganen Susi ein Pescetarier – ein Veggie, der Fisch ißt.

Jetzt könnte man natürlich sagen, den Fisch könnte ich ja auch weglassen. Ja, könnte ich. Will ich aber nicht. Zumindest momentan nicht. Der Verzicht auf Fisch ist mir in den letzten Monaten extrem schwer gefallen. Ganz einfach, weil ich Fisch schon immer lieber gegessen habe als Fleisch. Und komischerweise wurde mir auch nie schlecht davon oder geschweige denn hatte ich dicke Knie oder gigantische Entzündungswerte.

Alles in allem kann ich sagen – es war ein interessantes halbes Jahr. Vielleicht werde ich auch in absehbarer Zeit Fisch und Käse komplett streichen. Ich habe diverse Dokus gesehen – youtube ist ein echter Fundus – wobei die amerikanischen Dokus fundierter sind als die deutschen – und konnte den Leuten dort nicht widersprechen, wenn sie sagten, dass tierisches Eiweiß krank macht. Andererseits gibt es genug Menschen auf der Welt die vegetarisch und damit Milchprodukte essen und damit 100 Jahre alt geworden sind.
Es gibt für jedes Argument ein Gegenargument.
 
Es war spannend und schmerzvoll. Würde ich es nochmal machen? Ja! Definitiv!
Ich habe viel über mich und meinen Körper gelernt. Und auch dieses Mal gilt: Probiert es selbst aus, wenn ihr Lust habt. Ihr werdet erstaunliches über Euren Körper lernen – auch wenn es weh tut 😉

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2 Comments

Roveena 14. Juli 2017 at 16:31

Klasse Fazit 🙂 nachvollziehbar. Man sollte einfach auf den Körper hören. Die Liste der unangenehmen Dinge wird bei mir auch langsam länger, genauso wie die mit den guten Dingen. Ist schon gut wenn man einfach mal drauf achtet, wann es einem doof geht und woraus es sich zurück zu führen lässt.
liebe Grüße
Sandra

Reply
Renate Hörig-Hofmann 14. Juli 2017 at 13:36

Sehr interessant, liebe Susi. Jeder sollte seinen Körper auf diese Weise kennenlernen. Austesten, welche Nahrungsmittel gut vertragen werden und eventuell gesundheitliche Besserung erzielt werden kann. Das einfachste ist, Medikamente einzusetzen. Ist aber überhaupt nicht mein Fall. Ich mache da auch „Eigenversuche“
Herzliche Grüße, Renate

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