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Früher war das bloggen anders…

posted by TheStrangebeauty.net 21. März 2017 5 Comments

Seit 1996 bin ich im Netz unterwegs. 1999 gab es die erste Webseite. 2001 den ersten „Blog“. Es war anders damals.

Früher haben wir gebloggt, uns miteinander vernetzt, uns gegenseitig „besucht“.  Uns am Blogleben und dem realen Leben, das wir preisgaben, erfreut. Wir haben gemailt, telefoniert, per ICQ gechattet – und waren stolz, etwas geschaffen zu haben. Es gab Blogpausen und  Blogunlust. Alles ganz normal.
Verschwand jemand aus der Blogosphäre, hat man ihn vermisst. Wer hat von ihm gehört? In welchen Foren oder Yahoogroups war er unterwegs? Wer hat das letzte Mal eine Mail von ihm erhalten?

Heutzutage sind die meisten Blogs voll mit Werbung und Marketing. Das Persönliche ist in den Hintergrund getreten. Man muss immer präsent sein. Sogar vor Feiertagen oder Festtagen in der Familie wird nicht halt gemacht.
Es stehen Produktpräsentationen im Vordergrund. Man bewirbt sich und sieht den Blog als Marke. 
Und wehe, man schreibt mal keine 2 Tage etwas. Dann ist man out. Fällt im Googleranking, kippt nach hinten auf den Platzierungen.

Um es ganz ehrlich zu sagen – es ist mir egal. Tanja beschrieb es die Tage in ihrem Blogartikel so wunderbar:
„Sorry, aber mein Leben ist so spannend, wie ein Sack Reis in China.“
Normale Menschen haben nun mal noch ein Leben neben dem Blog. Sie arbeiten, versorgen Familie und Kids, gehen Freizeitbeschäftigungen nach. Sie bloggen, weil es ihnen Spass macht – und nicht um Profit zu erzielen, oder mit aller Gewalt 3,50€ zu verdienen.  Sie tun es, weil sie die Leser mögen, den Austausch, das Persönliche.

Heutzutage muss man einn fb Seite als Blogger haben, einen youtube Kanal führen oder bei Snapchat sein.
Wenn  man auf instagram präsent ist, ist es noch besser.
Nur zu oft, vergesse ich meine FB Seite zu füttern. Und auf instagram findet man meine veganen Kochergüsse als Bild. Letzteres macht mir eine Menge Spass. Bedeutet es doch Veränderung für mich.

Steht nicht unbedingt alles konform mit meinem Blog, oder? Einzig die instagramsache hat mich dazu gebracht, mir eine weitere Domain zu sichern und meine veganen Kocherlebnisse vielleicht doch irgendwann mal ins Netz zu stellen.
Momentan aber ist die Bloglust eher verhalten. Ich schreib über die Bücher, die ich gelesen habe, mache auch mal bei Aktionen mit und gut ist. Ich kann und will nicht, bei diesem Hype mitspielen. Ich habe ein Leben neben dem Internet. Es ist nicht das leichteste, aber ich versuche es zu wuppen. Und da ist es halt unmöglich jeden zweiten Tag oder mehr hier zu posten. Das lässt meine Zeit nicht zu. Ich bewundere meine Bloggerkollegen, die das alles so durchziehen. Ich kann es nicht.

Natürlich verändert sich das Netz – und das ist gut so. Aber man muss auch nicht bei allem mitspielen wollen.
Dieses „Always here“ ist nicht mein Ding. Ich bleibe lieber authentisch – auch wenn das mal eine Woche oder 10 Tage keinen Post bedeutet.

Wie habt Ihr die Veränderungen im Netz wahrgenommen? Findet Ihr die Neurungen gut? Oder nerven sie Euch?
Wenn Ihr regelmäßig bloggt – woher nehmt Ihr die Inspirationen? Oder folgt Ihr einem Schema?

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5 Comments

Nina 26. März 2017 at 7:16

ich bin ganz Deiner Meinung Susi.aber sowas von!
Und Dein neues buntes Layout gefällt mir ausgesprochen gut.
LG und ein schönes Wochenende, Nina

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Angela 22. März 2017 at 19:44

Hallo Susi,
ja, früher war das Bloggen einfach, ich nenne es mal: gemütlicher. Man hoppe von Blog zu Blog, las oder war in Yahoo-Gruppen unterwegs. Man schrieb sich und stellte nicht einfach nur den Daumen hoch. Ich bloggen nach Lust und Laune. Wie im richtigen Leben: Wenn es nichts zu sagen gibt, einfach mal die Klappe halten 🙂
Ich gebe ja zu, aus Zeitgründen lese ich auch viel auf fb, aber lieber lese ich im Blog.
Viele liebe Grüße,
Angela, die mit ihrem Bog auch umgezogen ist und noch nicht vermisst wurde, da alle auf fb sind 🙂 Aber das macht nix!

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Roveena 21. März 2017 at 19:04

Lustig, ich habe aktuell ja auch solche Gedanken herum schweben. Warum blogge ich, wie blogge ich etc.
Ich habe ja nun für mich festgestellt, es ist nur weil mir danach ist was zu bloggen. Also keine Planung mehr und spontan aus dem Bauch heraus. Das einzige regelmäßige sind meine Büchermonat Beiträge. Das sind halt aber einfach Fakten. Alles andere muss einfach passen.
Manchmal denke ich noch, das blogge ich nachher…und wenn ich dann aber keine Energie am Abend habe, dann lasse ich es auch.
Ich habe ja nur einen sehr kleinen Leserkreis und es ging mir nie darum viele Leser zu bekommen. Ich lese auch lieber die spontanen und ungezwungenen Blogs, auf denen man Warentests oder Erziehungstipps eher selten bis gar nicht findet. Wenn ein Blog nicht authentisch, greifbar ist, verliere ich sehr schnell das Interesse beim Lesen.
Instragram finde ich sehr schön zum kurzen Teilen von Bildern und nutze es da mittlerweile viel lieber als Facebook. Eine Blogseite bei Facebook hatte ich zum Glück nie im Sinn.
Eine Zeit lang habe ich ja versucht viel zu Bloggen, da wurden Aktionen über längeren Zeitraum mitgemacht, aber auch da war irgendwie schnell mal die Luft raus und Bloggen nach Terminplan war irgendwie nichts für mich.
liebe Grüße
Sandra

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Anne Seltmann 21. März 2017 at 8:44

Viele machen alles für ein bisschen Aufmerksamkeit oder ihm/ihr geht alles nur um Klicks.
Mir ist das völlig schnuppe, obwohl ich sehr aktiv in meinem Blog bin.
Ich nehme an viele Projekten teil oder ich blogge andere diverse Momentaufnahmen aus meinem Leben. Ich will das so und es macht Spaß!
Als ich 2005 den Blog anmietete, war zuerst nur für meine Gedichte gedacht, denn ich schreibe ja auch ( nur noch sporadisch). Irgendwann hat sich das verselbstständigt, dass ich auch andere Themen postete und es auch noch immer tue.
Da ich ziemlich schnell bin, denken viele, dass ich unendlich viel Zeit haben müsste, weil ich stets zu irgendwelchen Projekten poste. Nun ja, es geht, denn das Kind ist aus dem Haus, der Lieblingsmensch wuppt den Haushalt (das macht er mit viel Freude und lässt sich das auch nicht abnehmen und ich gehe 27 Std/W in einem KiGa auch noch arbeiten.
Ebenso vernetze ich mich auch gerne. Durch das Bloggen bin ich in eine ganz besondere Welt eingetaucht, die mir gefällt. Dadurch habe ich auch viele schon privat kennengelernt (was ich noch nie bereut habe) Ich mag zum Teil halt die Blogger(atmos)sphäre!
Jeder sollte gucken in wie weit er sich darin verausgabt, wieviel er preis gibt…jeder soll das tun was ihm/ ihr beliebt.
In der Bloggerwelt habe ich viel von dem Hype gelesen aber bei Instagram noch mehr. Da geht es mir schier auf den Keks und ist spürbarer, weil dort direkt auch geschrieben wird. “Klick mich und ich like deine Bilder“ oder Ähnliches. Diese Postings als Kommentar bei mir lösche ich dann sofort!

Zu deiner letzten Frage „Wenn Ihr regelmäßig bloggt – woher nehmt Ihr die Inspirationen? Oder folgt Ihr einem Schema?“- Habe ich eigentlich schon hier mit beantwortet.

Liebe Grüße

Anne

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Tanjas Bunte Welt 21. März 2017 at 8:24

Danke für die Nennung und Ichs Ehe es wie du. Bloggeburtstag sich gespalten in neue Werbeplattformen und dann jene die noch persönliches bloggen. Wichtig ist wirklich der Spaß, auch wenn der manchmal abhanden kommt
Liebe Grüße

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