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Weihnachten – was sonst?

posted by TheStrangebeauty.net 12. Dezember 2016 1 Comment

Dieser Beitrag gehört zum Adventskalender von der lieben Alicja Wiktoria, deren Blog ich Euch wirklich ans Herz lege.

Weihnachten – was sonst?

In meiner Kindheit war Weihnachten ein tolles und geheimnisvolles Erlebnis.
Ich durfte nicht ins Zimmer rein „linsen“, das Schlüsselloch wurde verhängt und wenn das Glöckchen ertönte, dann hippelte ich aufgeregt von einem Fuß auf den anderen und freute mich auf das Glitzern am Baum und auf die erhofften Geschenke. Das Fenster war immer offen, also ob das Christkind gerade raus wäre. Und ich bin mir sicher, mich zu erinnern, dass ich minimum einmal Fußstapfen auf der Fensterbank fand.

Die Geschenke waren solange toll, wie meine Oma noch lebte. Sie horchte das ganze Jahr zu, machte sich kleine Notizen und überraschte mich dann wirklich mit einem meiner Lieblingswünsche. Sie machte mir auch klar, dass es an Weihnachten nicht nur ums schenken und beschenkt werden geht. Sondern um Liebe und Zusammengehörigkeit. Ich liebte den Extraknuddler, der an diesem Abend für mich abfiel und die extra lange Geschichte, die vorgelesen wurde.

Als sie starb übernahm meine Mutter die Funktion der Geschenkebeschafferin. Mehr war es leider nicht. Sie sah etwas und kaufte es. In den seltensten Fällen war es ein Herzenswunsch, zumal die finanziellen Möglichkeiten beschränkt waren. Sie wunderte sich dann, dass ich nicht himmelhochjauchzend vor ihr stand, sondern nur ein artiges „Danke“ herausbrachte. Ein armes Kind in den 1960ern zu sein, war nicht wirklich leicht.

Als ich meinen Mann kennen lernte, feierten wir die ersten Weihnachten noch mit meiner Mutter zusammen. Irgendwann beschloss mein Mann, dass Weihnachten wie Geburtstage unnötig waren. „Kauf Dir was Du willst – egal wann.“
Dass ich mich über eine kleine Überraschung gefreut hätte, das ging irgendwie an ihm vorbei. Ich war immer irgendwie bemüht, eine Kleinigkeit für ihn besorgt zu haben. Er hat sich tierisch darüber gefreut, zumal er es nicht erwartet hatte. Ich habe den Christbaum geschmückt, manchmal nur mit Kleinigkeiten wie bunten Bändern und einer Lichterkette und mich gefreut wie ein Kind. Ich war kreativ, wenn auch nur im Kleinen. 

Ich fing an Elche zu sammeln – bis heute eine meiner Leidenschaften, zumal sie nicht unbedingt was mit Weihnachten zu tun haben.

Mein Mann ist letztes Jahr verstorben und so feiere ich Weihnachten alleine (Nicht ganz, denn da sind ja noch Hund und Katz und die Freunde, die mich anrufen oder eingeladen haben). Ich habe mir eine dezente Deko ausgedacht, die sowohl weihnachtlich als auch ganzjährig ist. Dezent, nicht zuviel, hauptsächlich in Holz. Kann nach Weihnachten stehen bleiben und weiter mein Auge erfreuen.
Und ein Weihnachtsgeschenk gibt es auch für mich. Ich habe mir den Philipps Pastamaker gegönnt. Er kommt zwar erst im Januar. Aber ich warte gerne.  Ich wollte ihn schon, seit er auf dem Markt ist, besitzen. Ein Herzenswunsch sozusagen. Das muss man sich manchmal einfach gönnen.

Ich hoffe, Dein Weihnachtsfest wird genauso wunderbar wie meines. Denke dran, dass materielle Geschenke nicht alles sind. Die Zeit, die wir mit unseren Lieben verbringen, ist das kostbarste, was es gibt. Weihnachten ist nicht die Playstation oder das nagelneue Handy. Weihnachten ist Liebe – mit den Menschen, die Dich lieben.

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1 Comment

Roveena 13. Dezember 2016 at 19:16

:-* ein wundervoller Beitrag 🙂 was bei dir die Oma und Mutter als Rollen hatten, war/ist bei mir genau vertauscht. Mama hat sich immer alles übers Jahr gemerkt, was man mal mit leuchtenden Augen angeschaut hat oder mal erwähnt hat, jede Kleinigkeit gemerkt und Oma…naja, die hat eher das Geschenk von dem sie meinte das ein Kind / Mädchen es mögen müsste. Bei uns hieß es gegen Abend auch ab auf die Zimmer und umziehen, während mein Vater die Wohnstube und den Baum geschmückt hat, dann wurden wir zum Essen gerufen und saßen in der Küche hibbelig aufgrund des Lichtschimmers der aus dem Wohnzimmer kam. (wir hatte früher keine Tür zwischen Küche und Wohnzimmer, sondern nur Vorhänge. Dann hieß es noch alle Mann Geschirr spülen und dann gab es die Bescherung. 🙂
Jetzt kann ich meinen Nichten und Neffen zusehen, die Spannung über den Tag, der Sturm zu Tür wenn die Türklingel geht und da auf einmal der Sack vom Weihnachtsmann steht.

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