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Nur die harten kommen in den Garten… oder „Neulich im Hundeforum“….

posted by TheStrangebeauty.net 13. August 2015 5 Comments

Wer einen Hund hat, braucht gute Ratschläge. Entweder in den diversen Hundeschulen oder in Hundeforen.

Hundeschulen sind für mich ein rotes Tuch. Denn hier wird mit der Ahnungslosigkeit von Tierliebhabern oft Schindluder getrieben und zu einem teuren Preis verkauft. Die angehäuften Probleme darf dann die nächste Hundeschule ausbaden etc.
Lilly wurde nur von mir erzogen. Ich habe dabei den gesunden Menschenverstand walten lassen und mich mit diversen Büchern belesen und das für meinen Hund passende angewandt. Funktioniert bis heute. Abgesehen davon… von ca. 15 Schulen im Umkreis von 50km kann ich nur eine empfehlen. Die Huschubesitzerin geht auf das Tier und das familiäre Umfeld ein – für jedes Tier ein Segen.

Außen vor möchte ich solche Koriphäen wie Mirjam Cord lassen. Diese hat sich unter anderem auf die Herdenschutzhundproblematik spezialisiert. HSH sind in unserer Gesellschaft Dank diversen Tierrettungen aus den Balkanländern ein echtes Problem geworden. Viele Leute können mit dem eigenständigen Wesen dieser Hunde absolut nicht umgehen. Und so landet der Hund meist im Tierheim und eine Odyssey beginnt.

Die andere Alternative um Wissen aufzugreifen sind Hundeforum.

  • Da gibt es die Barfer – nur rohes Fleisch, Gemüse und ein paar Zusätze (praktischerweise aus dem Forum angrenzenden Shop) für den Hund – er wird glücklich sein wie nie in seinem Leben.
  • Die Hardcorevariante sind die Preyer – nur schlachtfrische Tiere und im Ganzen verfüttert. Glücklich wer eine Hühnermassenzucht im Garten hat oder mit Pfeil und Bogen auf der am Haus angrenzenden Wiese ein Rind erlegen kann. Dein Hund wird Dir ewig dankbar sein. Getreide ist für die Preyer absolut böse. Mit nichts bringt man die Hunde schneller ins Grab.
  • Die Esotheriker – Kräutermischungen, Steinewasser und das auspendeln von Krankheiten sind deren Metier. Außerdem Bioresonanztherapie – für mich genauso ein Humbug wie Tierkommunikatoren.
  • Es gibt die Sportler – IPO, Agility, DogDancing etc. – am besten 6x die  Woche, damit der Hund auch weiss, zu was er auf der Welt ist. Absolute Unterordnung und ein Bei-Fuss-laufen, dass noch nicht mal ein Stück Papier dazwischen passt. Hat von der Mentatilität etwas von „Ich hab im Büro nix zu sagen. Also tobe ich mich hier aus.“
  • Die Hundevereinleute – alles wird gemeinsam und im Rudel gemacht. Kaffeetrinken – gemeinsam, Spaziergänge – gemeinsam, Hundespielrunden – gemeinsam, Klogänge der Menschen – gemeinsam hinterm nächsten Baum…
  • Es gibt die „Wir machen das seit 30 Jahren so“ Menschen. Unbelehrbar, immer mit dem Hammer drauf hauend.
  • Die Züchter – nur auf das Wohlergehen ihrer Tiere bedacht…*ömmmja*
  • Die Ängstlichen – der erste Hund steht ins Haus und von Futter bis Gassizeiten wird alles in Frage gestellt und von den Forenmitgliedern bis aufs kleinste zerlegt und ad absurdum dargestellt. Nur richtig aktive Forenmitglieder wissen, wo es lang geht.
  • Es wird über Futter diskutiert. Trofu ist der Tod des Hundes. Dosenfutter ist böse. Die ganzen Inhaltsstoffe sind nicht richtig aufgeschlüsselt und die Hundebesitzer essen lieber Nudeln und Fleischkäse als ein Futter zu kaufen, dass unter 20€-40€kg liegt (Ihr glaubt mir nicht? Dann befragt bitte G*oogle dazu).
  • Braucht der Hund zwei Plüschtiere zum spielen oder tut es auch ein Ball?
  • Mein Welpe ist 10 Wochen alt und aggressiv. Braucht er einen Maulkorb?
  • Der Output meines Hundes ist gelb. Kommt das vom Futter oder ist er krank?
  • Mein Hund blutet aus dem Maul. Muss ich zum Tierarzt?
  • Es werden TV Sendungen über Tiere minutiös ausdisktutiert (Niemand sonst außer den Forenmitgliedern wäre in der Lage festzustellen, was für Luschen das im TV alles sind und dass die alle durchweg keine Ahnung haben. Nur wir hier im Forum wissen, was ein Hund braucht und wie man was macht!)
  • Es gibt Threads für die, die einen Hund „erwarten“. Ich war zwar immer der Meinung, dass man nur Babies erwartet – aber gut.
    Es gibt Junghundethreads, Seniorenthreads, Futtertreads, Kleidungsthreads (Ein ordentlicher Hundehalter läuft in Aiglestiefeln und Owneyjacken durch den Wald!)
  • Es gibt User, Superuser, Premiumuser, Gelehrte und die Gottgleichen – MODS. Menschen, die sehr, sehr viel Zeit im einem Forum verbringen. Kostenlos… stundenlang…mit Heiligenschein und Harfe in der Hand… Götter. Sie sind Verwalter des Sperr- und Löschbuttons. Eine Aufgabe, die nicht jeder managen kann. Sie verwarnen, sperren, editieren…sie sind Gott – oder zumindest die kleine Schwester oder Bruder desselbigen.
    Auf jeden Fall führen sich manche so auf.

Fakt ist – wer mehr Zeit in einem Forum verbringt, als der Tag Stunden hat, hat ein echt ernsthaftes Problem. Fakt ist – alle Hundebesitzer sind doof. Außer die, die im Hundeforum tätig sind – mitunter seit Jahren und deswegen als „Altuser“ nur mit einem müden lächeln auf die Neulinge schauen. Nur die wissen, was abgeht, was in der „Hundeszene“ los ist, was das Tier an neuen Spielereien und Leinen (Mist, ich habe nur eine und keine 17 auf der Hundegarderobe.) braucht, welches Futter gut ist und was man tun und lassen soll.

Ich habe in 6,5 Jahren Hundehaltung 6 Hundeforen mit versch. Auffassungen kennengelernt. Keines hat mich dazu gebracht auf Dauer dort zu bleiben. Mir ist die Auffassungsgabe teilweise zu lebensfremd. Es wird schlechtgeredet, was man nicht kennt, auf Teufel komm raus beratschlagt und totdiskutiert… ätzend. Noch schlimmer geht es nur auf fb….

Die Zeit verbringe ich doch lieber mit dem wuffeligsten Fellbündel der Welt. Beim spazierengehen, beim buddeln, beim schnüffeln, beim Ball spielen, beim kraulen auf der Couch. Die Mahlzeiten fallen gemischt aus (Dose, gekocht, TroFu, Knabberkram), so dass kein Mangel entsteht. Einzig beim Fett müssen wir etwas aufpassen.

 

Übrigens… ein Hundetrainer, der das auch kritisch sieht ist Normen Mrozinski. Ich lese seit einiger Zeit seinen Blog und bin begeistert, wie er mit einem lachenden und einem weinenden Auge seine „Hundemenschen“ doch genau interpretiert.

 

 

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5 Comments

Roveena 13. August 2015 at 9:04

Deswegen schaue ich gar nicht mehr nach neuen Foren. Ich bin in genau zwei Foren drin, da diese eine gute allgemeine Wissensbasis bieten und von den Meinungen her sehr ausgewogen sind. Ich nutze diese in seltenen Fällen als Nachschlagewerk, denn zu den meisten Dingen habe ich mir mittlerweile meine eigene Meinung gebildet. Ich mache dass, was Aaron und mir gut tut. Unsere Hundeschule ist ein Traum und die kleine Gruppe von sympatischen Menschen, die man seit dem auch außerhalb trifft, gibt einem dem Freiraum ohne Verbesserungsvorschläge gemeinsame Spaziergänge und Tobereien der Hunde zu genießen und dabei über völlig andere Dinge zu quatschen.
Kurz gesagt, es sind Freunde geworden 🙂

Aaron bekommt fleischhaltige Trofu, weil er es am besten verträgt, Dosenfutter mit Fleisch und Gemüse einer kleinen feinen Firma aus Deutschland (regional mal fördern hat was), viel Gemüse, mal einen Essensrest und immer was zum Kauen.
Der Tierarzt wird nur aufgesucht, wenn es ein Problem gibt und ansonsten lasse ich Aaron mit seinen ursprünglichen Impfungen durch die Gegend laufen. Entwurmt wird mit Chemie nur selten, dafür gibt es dauerhaft Kokos in Futter.

In unserem Alltag kommt von gemütlich bis voller Aktion alles vor. Wie wir es gerade mögen.
Den Blog von Normen mag ich auch sehr gerne. Dazu dann als Ergänzung den Blog der Krawallmaus und schon kann man schön über die Hundewelt schmunzeln und denkt sich, dass man eigentlich keine Probleme hat.

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TheStrangebeauty.net 13. August 2015 at 9:58

Schön, wenn Ihr so eine tolle HuSchu gefunden habt
Und Zwang gibt es hier in der Regel auch nicht. Ist auch nicht nötig.

Futter ist ja ein grosser Knackpunkt, eine Religion in Foren. Bei mir geht es nach dem Motto: Es wird gefüttert, was der Hund verträgt. Damit fahre ich immer noch am besten.
Die Krawallmaus schaue ich mir auch gerne noch an.

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Spottdrossel 13. August 2015 at 7:20

*lach* Die Forendynamik ist anscheinend in allen Fachgebieten ähnlich. Im Hühnerbereich hätte ich noch den Typ „Waldorf“ anzubieten, wo ein Hahn nie mal aggressiv sein darf und im Fall der Fälle mit „Demütigung durch 10 Minuten herumtragen“ diszipliniert werden soll und wenn das erstaunlicherweise nicht hilft, dann eben Beruhigungsbachblüten… Könnte ich mich kugeln.

Dazu verändert sich ein Forum ja mit den Mitschreiberlingen – wenn sich jemand Vernünftiges auf sein analoges Leben besinnt und stattdessen 3 Nervsäcke mit reichlich Sendungsbewußtsein die Tonangebenden werden, kann ein vorher schönes Forum kippen.
Ich betrachte das wie ein Buffet – man kommt mal auf neue Ideen (Stallbau ist ja bei Hunden kein Thema, bei Federvieh klaut man gerne mal Ideen diesbezüglich) und weiß, was man definitiv NICHT machen will.

Bei Facebook ist es wohl eine Frage, in welchen Gruppen man landet – mein Hauptrisiko da liegt momentan darin, daß ich viele drollige Hühnerrassen entdecke 😉 , ansonsten teilt man Freud (Federbällchen geschlüpft) und Leid (Federhaufen im Garten gefunden); dank der restlos altertümlichen Vereinsstrukturen in Sachen Geflügel (erinnert doch stark an den Dackelverein bei Hausmeister Krause) kann ich diese Federviehfachgespräche offline nicht ausleben.

Das Geheimnis besteht in der gesunden Dosis, wie Du es beschreibst: erstmal „Real life“, und wenn abends oder bei Sauwetter Zeit fürs Internet ist, dann ist es ok. Wenn das Internet der wichtigste Punkt im Leben wird, ist es kritisch.
Ich wünsche Dir und Lillywuff viele schöne Spaziergänge, wenn es endlich bißchen abgekühlt hat 🙂

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TheStrangebeauty.net 13. August 2015 at 7:47

Ich dachte ja wirklich, es sei nur eine temporäre Erscheinung oder auf ein Forum beschränkt. Aber es zieht sich wirklich durch alle Foren, so dass ich mich fragen muss, ob es wirklich soviele Menschen gibt, die ohne die Ratschläge eines Forums nicht leben können? Meins ist es definitiv nicht.

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Spottdrossel 13. August 2015 at 10:42

Ja, bei manchen Fragen frage ich mich auch 🙂 . Gesunder Menschenverstand bzw. einfach mal das Selbstbewußtsein, zu sagen, dieses ist für MICH oder mein Tier die beste Lösung, das hat anscheinend nicht jeder. Oder es ist die Angst, was falsch zu machen. Ich hatte mich mal im Hühnerforum umgesehen und jedesmal danach Panik vor Krankheiten gehabt, wenn ein Huhn nur bißchen griesgrämig aus den Federn schaute 😉 . Seitdem nutze ich es nur noch, wenn Google es mir als Lösung anbietet. Mit Hund und Katze ist natürlich auch schon viel Wissen „Allgemeinbildung“ und ein kompetenter Tierarzt kein Problem (hoffentlich!). Bei den Ziegensittichen und den Laufenten sieht das schon wieder anders aus, da grabe ich erst im Netz nach der passenden Lösung/Medikament und kann dann der Tierärztin schonmal paar sachdienliche Hinweise geben. Grade beim Nutzgeflügel, was nicht ihr Fachgebiet ist, ist die auch nicht unglücklich drüber.

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